Mit dem Begriff Leitungsspanne wird die Anzahl der Stellen, die einer Leitungsebene unmittelbar unterstellt sind, bezeichnet. Auf das ganze Unternehmen bezogen werden die Anzahl der Untergebenen ins Verhältnis zur Anzahl der Vorgesetzten gesetzt. Zwischen Leitungsspanne und Hierarchietiefe besteht ein umgekehrt proportionaler Zusammenhang: kleine Leitungsspanne – steile Hierarchie, große Leitungsspanne – flache Hierarchie.
In der älteren Organisationsforschung waren die Wissenschaftler bestrebt, die optimale Leitungsspanne zu ermitteln. Mangelnde empirische Fundierung und pauschalisierte aber nicht praktisch umsetzbare Empfehlungen wie die Festlegung der optimalen Leitungsspanne auf 8-10 Mitarbeiter, führten dazu, dass diese rein quantitativen Überlegungen nicht weiter verfolgt wurden.
Qualifikation und Belastbarkeit der Vorgesetzten und Untergebenen, Führungsstil und Neuartigkeit, Veränderlichkeit und Komplexität der Aufgabe sind Einflussfaktoren für die in Frage kommende Leitungsspanne.
Steile Hierarchie/kleine Leitungsspanne- viele Schnittstellen
- Führung durch Weisung und Kontrolle
- atomisierte Verantwortung
- lange Entscheidungswege
- lange Informationswege
- demotivierend
- kreativitätshemmend
- kürzere Entscheidungswege
- weniger Schnittstellen
- mehr Zeitbedarf für Führungsaufgabe und daher weniger Zeit für fachliche Aufgaben
- motivierend
- kreativitätsfördernd
Moderne Managementphilosophien bestätigen, dass durch Führungstechniken, welche die Mitarbeiter zu eigenverantwortlichem und selbständigen Arbeiten motivieren, größere Leitungsspannen möglich sind.




