Motivation Ihrer Mitarbeiter kostet immer etwas – aber das muss nicht immer Geld sein. Mit der Investition von Zeit in Ihr wertvollstes Kapital Mitarbeiter erzielen Sie die gleichen oft sogar anhaltenderen Erfolge bei der Mitarbeiter-Motivation.
Aber vergessen Sie niemals, dass Motivation etwas ganz individuelles ist. Ihre schwierigste Aufgabe bei der Mitarbeiter-Motivation ist es, herauszufinden, was einen Mitarbeiter wirklich motiviert, d.h. wofür es sich für ihn lohnen würde, mehr zu tun. Was haben Sie davon, wenn Sie Ihrem Team eine Wildwasser-Schlauchbootfahrt spendieren und die gar keine Lust darauf haben? Rausgeworfenes Geld ist das. Vielleicht hätten die Mitarbeiter viel lieber ein Feierabendbier mit Ihnen getrunken. Das beste ist es immer die Betroffenen selbst einzubeziehen und sie persönlich zu fragen, bevor Sie spekulieren, was wohl das richtige ist. Nur so können Sie gezielt motivieren.
Aber nicht nur motivieren ist notwendig. Wenn ich beim Coaching gefragt werde, wie die Mitarbeiter besser motiviert werden können, frage ich zurück, was die Führungskraft alles anstellt, um ihre Mitarbeiter zu demotivieren. Denken Sie bei folgenden Tipps also nicht nur darüber nach, wo Sie motivieren könnten, überlegen Sie auch, wo Sie bisher demotivieren und dies unterlassen könnten.
Tipps zur Motivation der Mitarbeiter oder zur Demotivation, wenn Sie gegen diese Tipps verstoßen
1. Bezahlung und andere Anreize
- Bezahlen Sie Mitarbeiter adäquat. Denken Sie über eine Gehaltserhöhung nach, wenn die erbrachte Leistung der Mitarbeiter und die finanzielle Lage des Unternehmens es zulässt. Oder beteiligen Sie Mitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Zahlen Sie Boni bei guten Jahres(Quartals-)bilanzen. Ja, Geld kann den einen oder anderen Mitarbeiter auch motivieren – einfallslose Führungskräfte denken jedoch Geld hilft bei jedem und immer und da täuschen sie sich. Deshalb folgt hier nun eine Aufzählung vieler weiterer Möglichkeiten Mitarbeiter zu motivieren.
- Handies, Laptops, Firmenwagen sind teilweise billiger als eine Lohnerhöhung.
- Weitere Möglichkeiten sind Freikarten für eine Messe, das Abo einer Fachzeitschrift, kostenlose Getränke im Büro, ermäßigte Busfahrkarten, Mittagessenzuschuss, Rückenschule oder Erste-Hilfe-Kurs während der Arbeitszeit, etc.
- Was halten Sie von folgender verwegener Idee? Statt zum Firmenjubiläum jedem Ihrer 200 Mitarbeiter 50€ zu überweisen bei der nächsten Betriebsfeier von dem Geld einen Sachwert in Höhe von 10.000€ zu verlosen. Das bleibt im Gegensatz zu den 50€ in Erinnerung.
- Sorgen Sie für die soziale Absicherungen Ihrer Mitarbeiter.
- Amerikanische Firmen gehen recht weit, damit sich ihre Mitarbeiter gut betreut fühlen. Sie richten z.B. Betriebskindergärten ein und bieten Freizeitmöglichkeiten für zwischendurch.
- Machen Sie Mitarbeiter zu Mitunternehmern. Führen Sie eine Profit-Center-Organisation ein oder bieten Sie Unternehmensbeteiligung an.
2. Arbeitsablauf
- Stellen Sie einen reibungslosen Arbeitsablauf sicher. Vermeiden Sie umständliche Kontroll- und Genehmigungsverfahren. Übertreiben Sie die Dokumentation nicht. Sorgen Sie für funktionierende Technik und Bürokommunikation.
- Geben Sie rechtzeitige und angemessene Information.
- Machen Sie jedem Mitarbeiter transparent, warum er was erledigen soll.
3. Ziele, Visionen, Entscheidung, Arbeitsaufträge und Verantwortung
- Beteiligen Sie Ihre Mitarbeiter bei der Entwicklung von Visionen und Zielen.
- Vereinbaren Sie klar und konkret realistische Ziele. Operationalisieren Sie vor Projektbeginn die erwarteten Ergebnisse, um Messgrößen für den Erfolg zu haben, an denen sich die Mitarbeiter während der Projektlaufzeit orientieren können.
- Übertragen Sie Mitarbeitern Verantwortung für Aufgaben, lassen Sie ihnen Entscheidungsspielräume und statten Sie sie mit den nötigen Kompetenzen aus. Kontrollieren Sie nicht ständig sondern erst zum vereinbarten Zeitpunkt.
- Lassen Sie Ihre Mitarbeiter mitentscheiden – beziehen Sie sie zumindest in die Entscheidungsvorbereitung mit ein und machen Sie Ihnen plausibel, wenn Sie sich anders entscheiden mussten.
- Führen Sie regelmäßige Besprechungen durch, um Informationen, Fragen und Antworten, Ziele, Erkenntnisse, Probleme, Erfahrungen und Ideen auszutauschen.
- Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter bei Problemen, ohne Ihnen die Aufgabe und die Verantwortung aus der Hand zu nehmen.
4. Fördern und Fordern
- Wenn Mitarbeiter Mut entwickeln und sich auch etwas trauen, sind außergewöhnliche Ergebnisse möglich. Zeigen Sie Anerkennung für solches Verhalten, entwickeln sich Mitarbeiter zu ''Erfolgs-Suchern''. Sanktionieren Sie jedoch hart jeden Misserfolg, erziehen Sie Ihre Mitarbeiter zu ''Strafe-Vermeidern'' und sie probieren nichts neues mehr aus.
- Fordern Sie Ihre Mitarbeiter und helfen Sie ihnen, über sich hinauszuwachsen. Trauen Sie ihnen etwas zu. Belohnen Sie motivierte Mitarbeiter mit schwierigen Sonderaufgaben.
- Fördern Sie einen gesunden Ehrgeiz. Führen Sie, wo Leistung messbar ist, Wettbewerbe durch: die wenigsten Fehler, das höchste Umsatzvolumen, die größte Kundenzufriedenheit. Heben Sie wie beim sportlichen Wettkampf nur die positiven Ergebnisse hervor.
- Fördern Sie individuelle Weiterbildungsmaßnahmen, für die der Mitarbeiter sich interessiert.
5. Beachtung und Umgang
- Zeigen Sie Mitarbeitern Beachtung und Anerkennung.
- Gehen Sie ehrlich mit den Mitarbeitern um.
- Respektieren Sie Mitarbeiter auch dann, wenn sie häufiger eine andere Meinung haben.
- Vermitteln Sie Ihren Mitarbeitern Spaß am Job.
- Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mitarbeiter und suchen Sie das Gespräch zu ihnen. Hören Sie ihnen dabei auch aktiv zu. Mitarbeiter fühlen sich dadurch wichtig und ernst genommen. Außerdem erfahren Sie so frühzeitig von nahenden Problemen. Denken Sie daran: Zeit hat man nicht, Zeit nimmt man sich.
- Zeigen Sie, dass Ihnen die Mitarbeiter wichtig sind, indem Sie nach deren Familien fragen und ihnen zum Geburtstag gratulieren.
- Richten Sie Büros so ein, dass die Mitarbeiter sich wohlfühlen: Pflanzen, Wandfarben, Einrichtungsgegenstände.
6. Anerkennung und Kritik
- Loben und tadeln Sie Mitarbeiter angemessen. Die angesprochene Leistung muss entweder unter- oder überdurchschnittlich sein. Lob für eine normale Leistung wird nicht ernst genommen, Kritik dafür nicht verstanden. Sprechen Sie Lob und Tadel direkt aber nicht vor Kollegen aus.
- Zeigen Sie Gerechtigkeit auch bei der Anerkennung guter Leistungen – gehen Sie also weder nach dem Gießkannen- noch nach dem Nasenprinzip vor.
- Gängeln und bevormunden Sie Mitarbeiter nicht. Treten Sie nicht besserwisserisch auf.
- Seien Sie den Mitarbeitern gegenüber großzügig, wenn sie sich überdurchschnittlich engagieren.
7. Optimierung
- Eine starke Bremse für die Mitarbeiter-Motivation sind häufig Führungskräfte mit ungenügenden Führungsqualitäten. Vielleicht lohnt es sich dort mit Seminaren oder Coaching einzusteigen.
- Führen Sie eine anonyme Mitarbeiterbefragung über die Vorzüge und Fehler der Vorgesetzten durch. Es darf jedoch nicht bei der Befragung bleiben, sonst ist sie im Nachhinein demotivierend. Es müssen Veränderungen folgen.
- Fördern Sie Ideen der Mitarbeiter. Führen Sie ein betriebliches Vorschlagswesen ein.
Es ist die Einhaltung oder nicht-Einhaltung vieler kleiner Dinge, die jede Führungskraft kennt aber leider häufig nicht berücksichtigt, die zwischen Motivation und Demotivation entscheidet. Nehmen Sie sich deshalb ab jetzt jeden Tag vor, einen Ihrer Mitarbeiter zu motivieren.




